Presse
Der OpernfreundMai 2010
VOM FISCHER UND SEINER FRAU
von Martin Freitag
Mit einer veritablen Uraufführung prunkt 
die Kinderoper der Kölner Oper, der Komponist und Jazzer Ingfried Hoffmann, bekannt durch die Musik für die deutsche "Sesamstraße" und "Sendung mit der Maus", hat eine Jazzoper zum Märchen vom "Fischer und seiner Frau" gemacht. Leichte Jazzklänge , doch auch klassische Musikformen wechseln gekonnt und durchaus anspruchsvoll ab, das Märchen um die ewige Gier des Menschen zum Klingen zu bringen. Dem Butt , hier einem wegen seiner einstigen Gier verzauberten Prinzen, werden noch andere Meeresbewohner an die Seite gestellt, die sich um die Fehler des Menschen, in Form der Frau Ilsebill, sorgen. Elena Tzavara, die Leiterin der Kinderoper und Initiatorin dieses Projektes, inszeniert die Fabel spannend, mit vielen Effekten in durchaus düsteren Bildern, doch auch mit Humor und Wärme, die Bühne von Conrad Moritz Reinhardt mit ihrem Steg ins Publikum und den blauen Schleiern, die die Wasserwelt symbolisieren wirkt schlicht, wie effektvoll, die bezaubernden Kostüme Elisabeth Vogetseders lassen bei den Seetieren immer den Sänger mit durchblicken, während Frau Ilsebill immer prächtiger und üppiger erscheint, bis sie sich dem Butt in seinem klerikalen Brokat annähert. Samuel Hogarth musiziert mit dem Jazzensemble "Altes Pfandhaus" locker, und animiert die Opernsänger des Opernstudios der Kölner Oper zu jazzigen "blue notes" und sprengt so den Rahmen des klassischen Gesanges, der jedoch die Grundlage für die vokalen Leistungen bildet. aphael Wittmer als knuddeligen Fischer in seiner grenzenlosen Güte und Naivität muß man einfach gern haben, sein warmer Tenor verbindet sich aufs Vorteilhafteste mit dem liebenswerten Charakter. Während Maike Raschke die schwierige Partie der Ilsebill von ihrem schlichten Wunsch nach einer "lütten Hütte" bis in die Tiefen des unglücklichen Größenwahns in allen Facetten mit ausdruckvollem Sopran meistert. Charlie Kedmenec als Butt gibt manchmal etwas zu viel Ton mit seinem voluminösem Bassbariton, entwirft so einen faszinierenden verzauberten Prinzen, der etwas beängstigend wirken kann. Von den Meerestieren gefallen vor allem die sehr präsenten Figuren des "alten Knurrhahns" von Werner Sindemann und die lieblichstimmige "kleine Krabbe" von Csilla Csövari, bestens begleitet von der Qualle und den drei Kraken. Ein wunderbar moralisches Märchen für nicht ganz kleine Kinder, also etwa ab vier, fünf Jahren und ein neues Werk auch für andere Theater, die sich um den Zuschauernachwuchs kümmern.
Kölnische RundschauMai 2010
"Wenn Ilsebill den Blues hat"
Erste Jazzoper für Kinder im Alten Pfandhaus uraufgeführt
Von Olaf Weiden
Das Glück schlägt im Dreivierteltakt. Auch 
in der Jazzoper für Kinder, die jetzt Ingfried Hoffman nach dem Märchen „Vom Fischer und seiner Frau“ den Sängern und einem Jazz-Ensemble auf den Leib schrieb. Der Spezialist für TV-Kinderserien ließ sein reifes Jazzerherz sprechen: Der Bass swingt, die Bläser jagen Big-Band-Sätze vom Musikantendach über der kleinen Bühne im Alten Pfandhaus, und die Sänger aus dem Opernensemble singen den Blues. Besonders die Gefahr, ins seifige Musical-Genre abzugleiten, hat Hoffmann bei diesem einzigartigen Versuch klug umschifft. Statt mit synthetischen Streichern alles weichzuspülen, greift der Komponist sogar ins ernste Fach und lässt seinen Butt ein Rezitativ singen. Bis auf wenige gesprochene Dialoge ist das Stück durchkomponiert. Weil die Musik durch ein komplettes Schlagzeug und die satten Bläser sehr laut und durch die „Zirkusposition“ über der Spielbühne ungewohnt präsent ist, müssen alle Sänger auch verstärkt werden – das klingt insgesamt ganz schön heftig. Da die Kinderopern niemals nur für Kleine sind, schwingt in diesem Märchen von Philipp Otto Runge gleich mehrfach Brandaktuelles mit: Das Stück handelt von unbändiger Gier nach Reichtum und Macht bis zum Untergang, und mit steigender Maßlosigkeit verwandelt sich dass Meer in eine Kloake. Solch aktuelle Bezüge interessieren die Kids natürlich weniger. Im Wasser leben nämlich die alten weisen Fische, die Wünsche erfüllen können und auch manche Lebensweisheit verzapfen. Im Pfandhaus umringen Krabben, Quallen, Kraken und der alte Knurrhahn das Publikum, die Kleinsten dürfen sogar die Füße ins Wasser tauchen. So erleben sie Raphael Wittmer als guten Fischer und Maike Raschke als seine Frau Ilsebill aus nächste Nähe, und der Wünsche erfüllende Butt ( Charlie Kedmenec) liegt direkt vor den Beinen der Kleinen. Echte Mitmachszenen gibt es aber erst im Finale, wenn Mensch und Fisch das natürliche Leben bejubeln. Regisseurin Elena Tzavara gibt dann die Bühne frei, es darf gesungen und geklatscht werden, und sogar Dirigent Samuel Hogarth mischt sich unter das Volk, um Fisch- und Fischerchöre zu dirigieren. Nach der Uraufführung wirkten die Erwachsenen euphorischer als die Kinder. Das anspruchvolle Stück darf sich noch ein wenig einswingen, leichter und leiser werden. Die Weichen für den Erfolg sind gestellt.
Die Kölner StadtanzeigerMai 2010
Das Glück an der Angel
„Vom Fischer und seiner Frau“ – jazzig
von Marianne Kierspel
Das Leben ist ein holpriger Steg, für eine 
Kaiser ebenso wie für einen armen Fischer. Die Kinderoper, die derzeit im Jazzlokal „Altes Pfandhaus“ spielt, zeigt das niederdeutsche Märchen „ Vom Fischer und Frau“ als Jazzoper. Der ganze ovale Raum ist ein Ort am Wasser, mit Leuchtturm, blauem Licht und einer Fischerhütte, so armselig wie ein Pisspott. Eines Tages fängt der Fischer (Raphael Wittmer) einen Butt (Charlie Kedmenec). Weil der ein verzauberter Prinz ist, lässt ihn der Fischer am Leben. Aber seine Frau, die Ilsebill ( wandlungsfähig: Maike Raschke), schimpft und verlangt, dass er sich etwas wünschen soll, ein kleines Haus fürs Erste. Doch das Haus macht nicht lange glücklich. Ilsebill will immer mehr, will Kaiser und Papst werden und schließlich „wie der liebe Gott“. Da ist Schluss mit der Gier. Übrig bleibt der Pisspott. Und eine Musik, die glücklich macht. Am Ende tanzt sogar Ilsebill mit ihrem duldsamen Mann über den Steg. Latin, Blues, Soul und Rock Der Jazzer Ingfried Hoffmann hat das Stück im Auftrag der Kinderoper Köln komponiert, eine erste Jazzoper für Kinder. Er füllt das traditionelle Gerüst aus Arien, Ensembles und Tänzen mit Latin, Blues, Soul und Rock. Wo es passt, klingt Hof- oder Orgelmusik an. Und wiederkehrende Motive gliedern die tiefgründige Parabel wie im Märchen. Junge, tanzbereite Sänger aus dem Opernstudio werden begleitet vom Jazzensemble „Altes Pfandhaus“, das Samuel Hogarth mit perfektem Timing leitet. Eine Stunde farben- und temporeiches Vergnügen. Das Team um Regisseurin Elena Tzavara zeigt drastisch-fassliche Spielzüge, imposante Lichtspiele und so einprägsame Bilder wie besagten Steg. Die Gier verdüstert schon im alten Märchen Himmel und Meer. Die Librettisten Barbara Hass deutet sie nun speziell als Krankheit unserer Zeit, eine nicht eben zwingende Aktualisierung. Gut aber für eine Oper, dass der Butt Gesellschaft bekommt. Kraken, Qualle und Alter Knurrharn (Werner Sindemann) beklagen, wie menschliche Maßlosigkeit die Natur zerstört. Besucher sollten mindestens vier Jahre alt sein. Kleine Kinder haben während der Uraufführung auch mal vor Schreck geweint.
Vom Fischer und seiner Frau
"Eine Musik die glücklich macht"
"Eine Stunde farben- und temporeiches Vergnügen"
(Kölner Stadtanzeiger)

Die feuerrote FriederikeOktober 2009
"Auf den Treppen, im Rundgang und vor der Bühne – überall im Konzertsaal
wurde das spannende Mitmachstück gespielt. Feuerrot glühende Wangen,
strahlende Kinderaugen – der Einstand ist gelungen!"

Die schöne GalathéeJanuar 2009
Auszug – Presse I
Eleftherotypia , am 28.Januar 2009
von Jiannis Svolou
„Die Regisseurin Elena Tzavara spielte intelligent auf der Tastatur der leichten parodistisch-komödiantisch-mythologischen Operettenform. Ihr Konzept konnte sie hervorragend umsetzten; die Handlung wurde gekonnt in die Gegenwart verfrachtet- in der sie auch heimatliche folkloristische Requisiten zum Einsatz brachte.....“
Auszug - Presse II
Eleftherotypia Freitag, am 16.Januar 2009
von Fotini Barka
„...Die junge Regisseurin Elena Tzavara 
nahm nun die Oper von Franz von Suppé
in die Hand, ...hat ihr nicht nur ein neues Gesicht gegeben, sondern sie zudem ideologisch aufgewertet.... Das Meisterwerk des Bildhauers Pygmalion
wird lebendig und macht sein Leben zur Hölle... Die 31- jährige Regisseurin Elena Tzavara kommt aus Köln zu uns, wird dort die Leiterin der Kölner Kinderoper, ... ihre Biographie ist beeindruckend: Sie studierte in Berlin Opernregie, arbeitete lange Jahre bei den Salzburger Festspielen als auch an der Deutschen Staatsoper / Berlin....“ „Die Übersetzung des Stückes ins Heute war notwendig“ erklärt uns Elena Tzavara., “Suppé, der als Vater der Wiener Operette gilt, benutzte den antik-griechischen Mythos als Folie, um die damalige Wiener Gesellschaft zu parodieren. Einerseits sagen uns heutzutage die Witze natürlich nichts mehr; andererseits können sie uns über die damalige Zeit viel erzählen.“
Musiki Kinisi (Musische Bewegung)“ 31.Januar 2009
von Sofia Theophanus
„...Die Übersetzung des Stückes in die Jetztzeit, welche die Regisseurin Elena Tzavara für die Neuproduktion der Athener Kammeroper in der Griechischen Nationaloper („Liriki Skini“/“Lyrische Szene“) gewählt hatte, war sehr intelligent – in der Idee und in der Umsetzung.
Die Verlagerung der Werkstatt des Bildhauers Pygmalion zu einem Souvenirs-Laden des griechischen Klein-Kunsthandwerks stand dem Gedanken der ursprünglichen Geschichte in keinster Weise entgegen. ... Wenn ein Zuschauer die Geschichte vorher nicht gekannt hätte, so hätte er annehmen können, dass sie von einem Zeitgenossen geschrieben worden sei....“
„Die Regisseurin war gleichzeitig auch die Bühnenbildnerin ... Auch die Kostümbildnerin Elisabetta Pian trug durch ihre modernen Kostüme dazu bei, das Konzept perfekt umzusetzen“.
Osttühringer Zeitung 28.04.2008
Klangvoll und jugendlich frisch
„Sommernachtstraum – Koproduktion
in
Weimar als alpines Volkstheater“ Kritik von Tatjana Mehner
Man muss sich keine Sorgen machen um die Zukunft der Oper. Zumindest nicht, wenn man sich ansieht und hört, was die Kooperation von Nationaltheater Weimar, der Akademie „Musiktheater heute" der Deutschen Bank Stiftung und des Musikgymnasiums Schloss Belbedere am Samstagabend so zutage gefördert hat: einen ungeheuren musiktheatralischen Spaß auf erstaunlichem musikalischen Niveau. Benjamin Brittens „Ein Sommernachtstraum“ ist erfahrungsgemäß mehr als geeignet fü solche Zwecke. Und verwunderlich ist der triumphale Erfolg der Premiere im Nationaltheater überhaupt nicht.
Es singen überwiegend Studenten der Weimarer Musikhochschule und Mitglieder des Opernstudios des Theaters und im Graben sitzen junge Menschen, die vom Status her noch nicht einmal Musikstudenten sind. Juri Lebedev am Pult des Orchesters des Musikgymnasiums arbeitet an einem überaus ansprechenden Klangbild, das sehr wohl mit den wunderbaren brittenschen Anspielungen umzugehen weiss. Das Ergebnis kann sich mit mancher Arbeit statusrechtlicher Profis im Freistaat messen. Das ist nicht bedenklich, aber bedenkenswert.
Tobias Kratzer und Elena Tzavara setzen die Komödie mit viel Witz als alpines Volkstheater in Szene. Spaß und Tempo dominieren einen kurzweiligen Abend. Kathrin Brose schafft dafür den stimmungsvollen und sehr konkreten Bühnenraum mit unendlichen Wandlungsmöglichkeiten und originelle Kostüme.
Die jungen Darsteller sind in ihrem Element als witzige Handwerkertruppe, die mit ihren Feden gut zu tun hat, Cornelius Burger, Dong-Wong Seo, Klaus Wegener, Ulrich Burdack, Joo-Hoon Shin und Florian Fritz Götz.
Artjom Korotkov und Piotr Prochera haben als fehlgeleitete Liebende alle Körperteile voll zu tun, um ihre Beziehungen zu den von Janine Metzner und Juliane Leonore Schenk verkörperten Damen zu ordnen. Um das Elfenkönigspaar bestehend aus Hellen Cho und Matthias Koch liefert eine ebensolche Beziehungsstudie wie es Christine Hansmann und Andreas Koch als Theseus und Hippolyta tun. Singen können siealle. Und Ferdinand Dörfler ist ein herrlich derber lenkender Geist Puck.
Thüringer Allgemeine 27.04.2008
Titanias Hüttenzauber
Von Dr. Ursula MIELKE 
Mit 17 hat man noch Träume, im Theater und anderswo. Der Jugend gehört die Zukunft, und sie wächst, wie es die Premiere von Benjamin Brittens Oper "Ein Sommernachtstraum" am Deutschen Nationaltheater Weimar zeigte, mit ihren Aufgaben. Aufführungen für und mit Jugendliche(n) sind heutzutage zu einer ambitionierten Aufgabe der Thüringer Theater geworden.
WEIMAR. Verschiedene soziale und künstlerische Ziele verfolgend, zählt der Eisenacher Theaterjugendclub 30 Mitglieder, stellte das Theater Nordhausen Inszenierungen vor, worin jugendliche Darsteller Erfahrungen ihrer Lebenswelt thematisieren.
"Theater erleben" - unter diesem Motto bemüht sich auch das DNT Weimar um seine künftigen Besucher mit einem "schauclub", mit Schnupperstunden in der Schule, mit der Einladung zu Probenbesuchen, mit Theaterführungen und Maskenwerkstatt, mit Willi Meisters "Theatereffekten" und natürlich mit den jährlich stattfindenden Schultheatertagen. All dies sind letztendlich wichtige Bausteine im Kampf um den Erhalt einer einzigartigen Kulturlandschaft und sichert einigen der zahlreichen Absolventen von Kunst- und Musikhochschulen eine berufliche Perspektive.
Brittens "Sommernachtstraum" ist in diesem Rahmen ein ganz besonderes Kooperationsprojekt des Musiktheaters. Die Deutsche-Bank-Stiftung, das DNT und die Staatskapelle Weimar, die Hochschule für Musik "Franz Liszt" und das Musikgymnasium Schloss Belvedere brachten dieses variantenreich um die Liebe spielende Werk auf die große Bühne. Damit hatte der künstlerische Nachwuchs mehr als nur eine Plattform, mehr das Gefühl richtigen Theatermachens. Und von letzterem ließen sich alle mitreißen: das unter Leitung von Juri Lebedev spielende Orchester des Musikgymnasiums sowie die Gesangsstudenten und Mitglieder des hiesigen Opernstudios. Auch der Elfen-Chor des Musikgymnasiums machte seine Sache gut.
Selbstverständlich hatte sich die junge Schar den Shakespeare-Stoff, worin liebestolle Leut´ auf der Suche nach dem passenden Objekt der Begierde sind, nach ihren lebensnahen Erfahrungen zurechtgebogen, gewissermaßen nach Waidmannssitte aufgebrochen. Aus dem Gleichgewicht können die Naturkräfte wohl auch in einer Sennhütte eines alpinen Skigebietes kommen, dafür bedarf es nicht eines geheimnisvollen Zauberwaldes oder antiker Verkleidungen. Hüttenzauber statt mittsommernächtlicher Schwüle - das passt scho zu den Eifersüchteleien von Oberon (Matthias Koch) und Titania (Hellen Cho), zu den Beziehungskisten von Hermia (Janine Metzner) und Lysander (Artjom Korotkov), von Helena (Juliane Leonore Schenk) und Demetrius (Piotr Prochera). Natürlich darf Waldgeist Puck (Schauspieler Ferdinand Dörfler) ein fideler Bergbauer sein, der mehr dem naturbelassenen Gerstensaft denn einem Zaubertrank zuspricht.
Die Inszenierung von Elena Tzavara und Tobias Kratzer war in der gemütlich anheimelnden Ausstattung von Kathrin Brose von einnehmendem Wesen. Was die Paare taten und darstellten, wirkte natürlich. Kein Wunder, dass am Ende auch das Theaterblut altgedienter Künstler wie Christine Hansmann (Hippolyta) und Andreas Koch (Theseus) mächtig in Wallung kam.
Sitten und Gebräuche turbulenten, manchmal widersinnigen Theaterlebens ließen sechs Handwerksmeister bei der Einstudierung eines drastischen Schauspiels erleben. Zettel der Weber (Cornelius Burger) war stimmlich souverän, der Bälgenflicker Flaut (Klaus Wegener) herrlich komisch anzusehen. Im Ganzen schien es, als hätten die Regisseure Elena Tzavara und Tobias Kratzer nach Herzenslust wirken können. Beide nutzten ihren Freiraum, beide sind Stipendiaten der "Deutsche-Bank-Stiftung/Akademie Musiktheater heute". Beide zollten wie das Publikum allen Beteiligten höchsten Respekt, insbesondere dem Orchester des Musikgymnasiums, das mit der anspruchsvollen, kammermusikalischen Partitur bestaunenswert umging.
Ereignisse wie die "Sommernachtstraum"-Premiere unterstreichen die Wichtigkeit privatwirtschaftlichen Engagements für die Ausbildung des künstlerischen Nachwuchses, wovon gerade Weimarer Musikhochschule und Musikgymnasium in den letzten Jahren erheblich profitierten. Und mit Karsten Wiegand wird mit der kommenden Spielzeit ein Stipendiat der "Akademie Musiktheater heute" Operndirektor am Deutschen Nationaltheater Weimar sein.
www.klassik.com April 2008
Skurrile Metamorphose
Kritik von Toni Hildebrandt 
Es gibt ein berühmtes Vexierbild, das Wittgenstein und Gombrich so faszinierte, und das einen Hasen bzw. eine Ente zeigt. Das Bild ermöglicht das ‘Umschalten’, indem man auf einmal in den langen Ohren des Hasen einen Schnabel erblickt, oder ebenso vice versa. Einen endgültigen, eindeutigen dargestellten Sinn gibt es also nicht. Das Bild - so meinten die Gelehrten - sei somit nicht wahrheitsfähig.
Wenn nun die Weimarer Neuinszenierung von Benjamins Brittens Sommernachtstraum mitten auf der Alm in einem bayrischen Wirtshaus beginnt, ein ausgewachsener Puck, bereits angetrunken, an seinem Weizen nippt und neben Hirsch, Schwein und Esel, auch ein Krokodil an der Wand hängt, mag man sich fragen, ob man in der richtigen Premiere sitzt und was hier eigentlich los ist.
Mit Shakespeares Sommernachtstraum - den Britten zwar kürzte, aber dann doch Wort für Wort vertonte - hat die Weimarer Inszenierung am Deutschen Nationaltheater jedenfalls so viel und so wenig zu tun, wie der Hase mit der Ente auf Wittgensteins Vexierbildchen. Das junge Inszenierungsteam (Tobias Kratzer und Elena Tzavara) wagt mit dieser radikalen Neuinterpretation viel, gewinnt aber dank unzähliger innovativer und absurder Einfälle, und dank der aberwitzigen Komik des Shakespearschen Midsummer Night’s Dream, die solch eine Fantasie und Freiheit überhaupt erst zulässt, fast immer.
Da ist zunächst der ungewohnte Ort des Stückes, der uns statt in den Märchenwald, ins Wirtshaus und auf die Skipiste führt. Henne oder Ei war hier wohl der urkomische Schauspieler Ferdinand Dörfler, um dessen Rolle als bayrischer Puck das Stück konzipiert scheint. Um ihn gruppiert sich das streitsüchtige Pärchen Oberon und Titania, sowie ein Edelknabe, wie ihn die Renaissance im Heiligen Sebastian portraitierte. Hier beginnt nun die Reihe an Metamorphosen, Rollenwechseln und Maskenspielen, denn dank eines mysteriösen Zaubertranks (Weizenbier!) verlieben sich die Protagonisten immer wieder überraschend neu, und erzeugen so ein wunderbares Chaos auf der Bühne.
Shakespeare/Britten liebten diese Liebesmetamorphosen und bestraften den Eros stets nur übergangsweise. (Hatte doch Ovid noch den armen Aktäon, nachdem dieser Diana beim Baden zugesehen hatte, als Hirsch von seinen eigenen Hunden zerfetzen lassen.) Bei Shakespeare/Britten findet alles ein heiteres, komisches oder absurdes ‘Happy End’. Auch Zettel, heute der ‘Esel mit Sonnenbrille’, wird dann doch schnell wieder von dem Fluch erlöst. Es ist eben nur ein Sommernachtstraum, dem wir hier beiwohnen und eine Wirklichkeit wird gar nicht erst imaginär versucht.
Höhepunkt der Inszenierung ist sicher die fantastisch dynamische Orgie der beiden Liebespaare um Lysander, Demetrius, Hermia und Helena. Im ersten Moment als blasphemische Nonnen, bewaffnet mit Gurke contra Rosenkranz, steigert sich das Duell von Hermia und Helena bis zum Striptease und Soft Porno, bei dem kurzzeitig Reinhold Messners Yeti neugierig - wie einst Aktäon - vorbeiguckt. Statt brutaler Strafe, folgt bei Shakespeare/Britten gewitzte Ironie und bei Kratzer/Tzavara ein trashiger Humor. Dreiviertel des Publikums kann sich vor Lachen hier kaum auf den Stühlen halten, der empörte Rest fehlt nach der Pause (‘Ist ein Schelm zu heißen willig, Wenn dies nicht geschieht, wie billig.’). Am Ende keine Standing Ovations, aber ein, wenn auch irritiertes, so doch mehr als positiv überraschtes Publikum.
Kratzer/Tzavara haben eine beeindruckende Neuinterpretation der fast 50 Jahre alten Oper und der mehr als 400 Jahre alten, zeitlosen Librettogrundlage geschaffen. Dabei tritt der Komponist Benjamin Britten weitgehend in den Hintergrund. Wichtige Aussagen seiner Orchestrierung, wie die geisterhafte Instrumentierung durch Harfe, Celesta, Xylophon und Cembalo, spiegeln sich kaum im Stück wieder. Auch ist von der ‘Dämonologie des Sexus’ oder dem ‘Macht des Eros’, die Britten-Experte Norbert Abels so betont wissen wollte, nur in stark ironischer Schau etwas zu spüren. Zu albern und komisch wirken die Liebespaare in Skianzügen und zu lächerlich macht sich die Theatertruppe über ihr eigenes Handwerk, als das man die ‘Macht des Eros’ hier ernst nehmen könnte.
Am Ende gab wohl Shakespeare in seinem Text die entscheidende Frage und Antwort für den heutigen Abend selbst: ‘Das Beste in dieser Art ist nur Schattenspiel, und das Schlechteste ist nichts Schlechteres, wenn die Einbildungskraft nachhilft.’
www.sanftesklavier.de 27.04.2008
Hüttenzauber
Brittens „Sommernachtstraum“ als frische 
und geglückte Kooperation im DNT Matthias Huth
Die Sommernachtstraumwelt ist eine Dorfkneipe mit Blick auf malerische Bergeshöhen, und das Kreuz am Gipfel lässt auf deutsches Brauchtum schließen. Und da Bier in dieser Operninterpretation ein ganz besonderer Saft ist, nimmt Shakespeares Liebesverwirrspiel stilecht und ein wenig profan seinen Lauf.
Der klassische Stoff in Benjamin Brittens Opernfassung erwies sich bei der DNT-Premiere am Samstagabend als außerordentlich geglückte Zusammenarbeit zwischen jungem Staatstheater, Musikhochschule und Musikgymnasium. Der musikalische Part verlangt Orchester und Chor viel Rhythmusgefühl und harmonische Hürden ab, welche die jungen Musiker unter dem Dirigat von Juri Lebedev achtbar meisterten. Die ungewöhnliche Orchester-Besetzung des modernen Klassikers Britten, der Harfeneinsätze, Glockenspiele und verschiedene Schlagwerke in seiner 1960 entstandenen Komposition favorisiert, gibt Shakespeares Libretto eine belebende Leichtigkeit, obwohl man eingängige Ohrwürmer vergebens suchen wird. Brittens situative Musik findet sicher nicht jedermanns Ohr, aber sie verprellt niemanden, und begeistert die Kenner.
Und da die Kooperation der Weimarer Kulturinstitutionen etwas Besonderes ist, scheint es laut Programmheft keine Regisseure, sondern nur ein Inszenierungsteam zu geben. Doch die Zusammenarbeit von Tobias Katzer und Elena Tzavara, beide Stipendiaten der „Akademie Musiktheater heute“ ist so schlüssig, dass man (im Gegensatz zu den jüngsten „Faust“-Debakeln“) durchaus von einer gelungenen Regiearbeit sprechen kann.
Das liegt zunächst an der intelligenten Hinterfragung des Stoffes. Während noch im ersten Teil der heimattümelnde Touch etwas flach wirkt, verdichtet sich im zweiten Akt das Konzept als humorvolle und intelligente Lesart des Librettos und lässt den Akteuren viel Raum zwischen Kabinettstückchen und anspruchsvollem Spiel.
Der schwule Lebemann Oberon (Countertenor Matthias Koch) und die Kneipendiva Titania (Sopranistin Hellen Cho) geraten wegen eines Lustknaben in zaubervollen Streit, den das prollige Lederhosenoriginal Puck (Ferdinand Dörfler) in ein Liebeschaos wandelt. Das Quartett Lysander (Artjom Korotkov), Demetrius (Piotr Prochera), Hermia (Janine Metzner) und Helena (Juliane Leonore Schenk) findet durch Bierrauschzauber keine Liebesseligkeit sondern ungewollten Partnertausch. Zwar sind die erotischen Bilder abgegriffen, aber die Sangesleistung der vier HfM-Opernstudiomitglieder ist nahezu professionell, nur im gemeinsamen Gesang sind noch einige harmonische Ungenauigkeiten zu hören.
Die sechs Handwerksmeister, auch allesamt vom Opernstudio, spielen ihre Kabinettstückchen bravourös und komisch aus. Wenn dann Fürst Theseus (Andreas Koch) und Gattin Hippolyta (Christine Hansmann) als trefflich karikierte Theaterabonnenten die absurde Inszenierung ihrer Untertanen ertragen um sich schließlich bierselig und brünstig in die Arme zu fallen, erreicht der Opernabend seinen spaßigen Höhepunkt, ohne dem platten Klamauk zu huldigen.
Insgesamt überzeugen Instrumentalisten und Sänger in einer anspruchsvollen Inszenierung, die von Kathrin Broses faszinierendem und sinnfälligem Bühnenbild gerahmt wird. Der begeisterte Schlussapplaus ist verdient, und sollte dem DNT vielleicht ein paar mehr Aufführungstermine abringen. Denn bisher besteht die Chance den „Sommernachtstraum“ zu sehen nur heute (Montag, 28. April, 19:30 Uhr) und am Donnerstag (1. Mai, 19:30 Uhr). Schade eigentlich, aber der abgesetzte „Faust II“ lässt ja ein paar Abende offen...
Le Monde / Paris 11.05.2007
Critique
Une Carmen à l'âme sanguine
La nouvelle production de Carmen au Châtelet a bien failli être une Arlésienne. Pressenti dans la fosse, après son triomphe dans ce même théâtre en 2003 dans Les Troyens de Berlioz, le chef d'orchestre britannique John Eliot Gardiner - jugé trop cher par la direction - a finalement été remplacé par le Français Marc Minkowski. Choisie pour la mise en scène, la Française Sandrine Anglade s'est vue remerciée à quelques semaines des répétitions, le décor étant soudainement devenu irréalisable et trop onéreux (Le Monde du 9 mars). C'est donc une production réalisée par l'Autrichien Martin Kusej pour le Staatsoper Unter den Linden de Berlin en décembre 2004 qui est finalement proposée. Ou plutôt, précise-t-on dans le programme, celle remontée par Elena Tzavara d'après Martin Kusej.
Dans cette production, on cherche en vain une espagnolade, hormis le cortège des toreros de la corrida finale. Cette Carmen a une âme de pierre. Blockhaus enfoui dans le sable, à la fois garnison des soldats et usine-lupanar des cigarières, château d'eau pour l'orgie dans la taverne de Lillas Pastia, église désaffectée du repaire de brigands et désert de sable blanc pour le meurtre de Carmen aux arènes de Séville.
Cette Carmen teutonne a de la testostérone. Les hommes sont de vrais hommes, les femmes aussi. Les autres sont des filles. Martin Kusej les aime en sous-vêtements (plus quelques garçons), on le sait depuis les poupées de cire qui peuplaient son Don Giovanni salzbourgeois. Cette fois, ce sont des poupées sonores qui se battent en soutien-gorge, bas et jarretières. Car cette Carmen est avant tout celle de Mérimée, âpre et dure.
Elle débute avec l'exécution de Don José, par laquelle elle se terminera. Elle expose le corps ensanglanté d'Escamillo encorné par un taureau au moment où Carmen se fait poignarder. Elle montre même la mort de Micaëla, qui n'existe ni dans Bizet ni dans Mérimée, tuée d'une balle perdue par Don José. On l'a compris, il n'y a pas beaucoup d'amour dans Carmen. On tue, on vole, on copule en noir et blanc fuligineux.
SEXUEL, JAMAIS VULGAIRE
La couleur est dans la fosse avec le chef Marc Minkowski. Son orchestre a le verbe haut d'un Tartarin de Tarascon. Il nous livre un drame vécu, empoigné à la lettre, sanguin et puissant, sexuel, jamais vulgaire. C'est un orchestre ogre qui ne crache pas dans la soupe naturaliste. Les choeurs ont cette rage de chanter et de bouger, qui fait du bien, et les enfants du choeur Sotto Voce sont adorablement craquants.
Le ténor italien, Giuseppe Filianoti, ayant déclaré forfait il y a quelques mois, a été remplacé par l'Autrichien Nikolai Schukoff, qui campe un Don José un peu raide dans les aigus et court de ligne, mais très juste dans son rôle de victime (les dialogues parlés ont le mérite de montrer à quel point cet homme est humilié). On s'étonnera que la parfaite Micaëla de Genia Kühmeier ne parvienne pas à émouvoir davantage. Au contraire du Néo-Zélandais Teddy Tahu Rhodes, colosse qui n'a certes pas la voix d'argile. Son "air du toréador", pris comme un grand récit de tragédie, a des allures quasi hallucinatoires.
Dans le rôle-titre, la Française Sylvie Brunet était annoncée comme une révélation. C'est en effet une Carmen férocement nocturne, immensément noire, une belle et chaude voix de mezzo, qui n'hésite pas à poitriner dans les graves (un peu trop). Mais était-il besoin d'en faire une veuve de l'amour affublée comme une mère maquerelle ? Quant aux seconds rôles - Gaële Le Roi, François Lis, Nora Sourouzian, Alain Gabriel, François Polino, Boris Grappe -, ils sont tous de première qualité.
Carmen, de Georges Bizet. Avec Sylvie Brunet, Nikolai Schukoff, Teddy Tahu Rhodes, Genia Kühmeier, Martin Kusej (mise en scène), Jens Kilian (décors), Heidi Hackl (costumes), Reinhard Traub (lumières), choeur d'enfants Sotto Voce, choeur et orchestre Les Musiciens du Louvre-Grenoble, Marc Minkowski (direction).
Théâtre du Châtelet, place du Châtelet, Paris-1er. M° Châtelet. Le 10 mai. Prochaines représentations les 12, 15, 17, 22, 26, 28 mai à 19 h 30, le 20 à 16 heures. Tél. : 01-40-28-28-40. De 10 € à 120 €. Diffusé sur France Musique le 14 juin à 20 heures. Sur Internet : www.chatelet-theatre.com
Marie-Aude Roux
Opera Now January / February 2007
The Gamblers Shostakovich
Rothschild’s Violin Fleishman
Royal Liverpool Philharmonic Orchestra
Philharmonic Hall
Liverpool
What is an orchestra to do near the end of an anniversary year in which
the Shostakovich centenary has already been exhaustively marked?
In the case of the Royal Liverpool Philharmonic Orchestra, the solution
lay in combining the talents of the 30-year-old Russian, Vasily Petrenko
(at the beginning of his first season as the RLPO’s principal conductor)
with those of the European Opera Center, now based at Liverpool Hope University.
The semi-staging of an ambitious double-bill of the single act of Shostakovich’s unfinished Gogol opera, The Gamblers, and the composer’s completion of Veniamin Fleishman’s fascinating Chekhov opera, Rothschild’s Violin, showed that – whatever embarassing setbacks Liverpool has suffered in the run-up to its tenure as European Capital of Culture in 2008 – The RLPO has no lack of ambition.
Thanks to Elena Tzavara’s sympathetic and subtle direction, and with
the orchestra displaying idiomatic flair under Petrenko, this rather weird
but intermittently intriguing evening proved worth investigating.
Rothschild’s Violin is Fleishman’s only work surviving work – he was killed in action in the siege of Leningrad. His teacher Shostakovich not only orchestrated the final third of the opera but added his own tribute in the form of a set of orchestral variations, tagged on as a somewhat overblown postlude.
The Polish bass Jacek Janiczewski was a suitably dark-voiced Ivanov who, when he’s not fiddling with coffins, doubles as the village klezmer fiddler. As his long-suffering wife, the Russian mezzo Elena Gabouri sang with grace and clarity.
Ivanov’s regret, dawning through the redemptive power of music (cue some achingly beautiful solo violin playing), at the harshness with which he’s treated Rothschild, his fellow musician, is the most moving part of an elegiac score with suggests that Fleishman’s was a tragically curtailed talent.
In The Gamblers, begun the day after he completed his “Leningrad
Symphony” in 1941, Shostakovich foundered after just one act, trying
to set every word of Gogol’s savagely mocking text. Dealt a tough
hand, a six-strong line-up of male singers from the EOC showed their aptitude
as grotesque, low-life cardsharps bent on swindling their way to fortune.
But not even their decent enough singing could prevent The Gamblers seeming
drably monochrome, its description in the programme note as “an uproarious
comic opera” a game which didn’t pay off.
Lynne Walker
Review Opera Magazine December 2006
The Gamblers and Rothschild’s Violin
European Opera Centre and the Royal 
Liverpool Philharmonic Orchestra
at the Philharmonic Hall, Liverpool, September 27
While Shostakovich would have been delighted, amazed even, by the extent
of the
celebrations of his 100th birthday, he would surely have been dismayed
by the European Opera Center’s exhumation of his aborted opera The
Gamblers. If he had abandoned it because, as the talented director Elena
Tzavara claims, he knew it could never be published under Stalin, it would
be a different matter. But after the trauma of Lady Macbeth of Mtsensk,
and his hard-won rehabilitation by way of the Fifth Symphony, Shostakovich
was scarcely likely to make the same political mistake. The reason why he
abandoned it is that, as Mussorgksky had discovered with The Marriage, setting
Gogol word for word does not make an opera. After writing 30 minutes of
music, which he estimated to be about one seventh of the work, Shostakovich
realized it was already too long.
The quality of the music, which is singularly uninspired, suggests that the composer always suspected the project was a non-starter. Evacuated to Kubishev after the German invasion of the Soviet Union, he had completed his Seventh Symphony and probably did not have much else to do. While it makes some of the amusingly grotesque gestures familiar from his film music, and while there are occasional echoes and anticipations of more serious endeavours, apart from a short fugal episode the score is disappointingly thin. Gavryushka’s drunken aria with bass balalaika accompaniment is both crude and trivial. Certainly, it is true to Gogol; but sung triviality, as too much of the rest of the work also demonstrates, takes a longer than spoken triviality.
Given the material, and given the concert-platform setting (usefully furnished with surtitles),Tzavara did as much with the staging as a director could. The three crooked gamblers who take on the master card sharp Ikharyov were brilliantly caricatured, and the pack of marked cards . Ikharyov’s Adelaida Ivanovna’, was seductively personified. The Slovak tenor Michal Lehotsky was plausible as Ikharyov, and one can scarcely blame the Polish bass Piotr Nowacki for his boorish performance as Gavryushka: it’s that kind of part.
The Independent 04 October 2006
RLPO/Petrenko, Philharmonic Hall,
Liverpool threestar
By Lynne Walker
This was an evening at once fascinating and strange. In just his third programme as principal conductor, Vasily Petrenko directed the Royal Liverpool Philharmonic Orchestra in a double bill of Russian rarities.
Neither work could be called entertaining; one is grimly picaresque, the other deals with the trials and tribulations of a Jewish coffin-maker. But both were presented with remarkable theatrical effect by the RLPO and a team of highly committed singers from the European Opera Centre, now also based in Liverpool.
In two convincing semi-stagings, creatively directed by Elena Tzavara, The Gamblers by Shostakovich was followed by Rothschild's Violin by his pupil Veniamin Fleishman. The centenary may be Shostakovich's, but the evening was Fleishman's. Killed in service early in the siege of Leningrad, Fleishman's one-act opera on Chekhov's haunting story was left unfinished.
When he's not mentally measuring up anyone he can imagine, even his wife, for a coffin, the central character, Yakov Ivanov (a robust portrayal by Jacek Janiszewski), plays the violin. He's a combative chap who comes to regret the way he's lived - and his cruel treatment of Rothschild, another fiddler - through the power of music. His wife (Elena Gabouri) does her best to cheer him up, but perhaps the memory of their dead daughter isn't the best way to lighten the atmosphere. It did, however, give the composer (and Shostakovich, who finished the work) the opportunity for some haunting, lyrical music in a score filtered through with echoes of bitter-sweet Jewish wedding and other traditional tunes.
In The Gamblers, Shostakovich experimented with setting every word of Gogol's play to music, but soon admitted defeat. The unfinished work provided decent material for the EOC's line-up of strongly-characterised male voices, but the lack of female vocal parts made it all seem darkly monochrome in colour.
The singers acted out their padded tummies for all they were worth, trying to point up what little humour surfaces in the tale of cardsharps. The programme described The Gamblers as "an uproarious comic opera", but that was one call that didn't pay off.
The Times First Night reviews September 29, 2006
RLPO/Petrenko
Hilary Finch at the Philharmonic Hall, 
Liverpool
A triple triumph for Liverpool: a home win, a uniquely enterprising act
of homage to Shostakovich and inspiring new blood at the helm of the
Royal Liverpool Philharmonic. And all in one night.
As the 30-year-old Vasily Petrenko takes up the baton at the start of his first season as principal conductor of the RLPO, Shostakovich’s centenary was celebrated in the first collaboration between the European Opera Centre (now based at Liverpool Hope University) and the RLPO. They presented a double bill of the single extant act of Shostakovich’s projected Gogol opera, The Gamblers, and the composer’s completion and orchestration of Veniamin Fleishman’s tiny Chekhov opera, Rothschild’s Violin.
Rothschild’s Violin is the only surviving composition of the student of Shostakovich who was killed in 1941 at the age of 28 when Hitler invaded the Soviet Union. Shostakovich thought highly enough of it to complete it, and to provide a postlude of orchestral variations that form a crescendo of an apotheosis to a work of extraordinary humanity.
The eponymous violin symbolises the redemptive power of music in the life of the terminally morose coffin-maker and klezmer fiddler Yakov Matreievich Ivanov. And both Fleishman’s beautifully characterised and structured score and Elena Tzavara’s simple concert dramatisation made of the work a Chagall animation in sound. The young cast, led by the nicely laconic Polish bass Jacek Janiszewski and the Russian mezzo Elena Gabouri as his dying wife, fleshed out the music’s yearning, its hopes and its fears.
The RLPO rose to the challenge, clearly inspired by the palpable enthusiasm of Petrenko. And a motley crew of obese gamblers, tarts and balalaika players even made a creditable silk purse out of the sow’s ear that was the fragment of The Gamblers. Shostakovich’s determination to set every word of Gogol backfires horribly in a text as tedious as a Soviet-period phrasebook (“the smoked fish is not special, but the caviar is passable”). And the score — only a preamble, after all — is no more than serviceable. Everyone tried more than hard, though — and the RLPO is playing like an orchestra reborn.
Liverpool Echo Oktober 2006
Die Spieler & Rothschilds Geige
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Der Tagesspiegel, Berlin "Jephtha" Januar 2006


Berliner Zeitung 17.10.2000
„Daphnis und Chloé“
wiederum sind so
unschuldig,
dass sie
die sinnlichsten Gestalten
der griechischen Mythologie (wo ja nicht gekleckert wird) aufgeboten
werden müssen, um ihnen das Küssen
beizubringen. Die beiden Abendhälften halten sich in der bezaubernsten
Weise in der Schwebe zwischen Anverwandlung und Rücksicht auf die Patina
der Stücke.
Wenn die Bacchantinnen den rührend unbeholfenen Daphnis (mit klarem
Sopran: Kristina Herbst) nicht ganz uneigennützig aufklären, dann
verbindet Elena Tzavara die von antiken Vasen bekannten Choreographien
mit unverkennbar berlinerischer Direktheit.
...Nun muss die nächste Produktion folgen. Berlin braucht Offenbach.“
(Wofgang Fuhrmann)
Tagesspiegel, Berlin 16.10.2000
Daphnis und Chloé
„Ein Erfolg an dem die Inszenierung Anteil hatte: Mit wenigen, immer
auf den Punkt kommenden Gags und einem herzhaften JA zu Nonsense und Slapstick.“
(Carsten
Niemann)
Berliner Morgenpost 17.10.2000
Daphnis und Chloé
„Volltreffer. Das junge Team, das sich 
ambitioniert „Offenbach
Musiktheater“
nennt und sich aus Studenten der Hochschule für
Musik „Hanns Eisler“ und des Unesco-Studiengangs „Kultur-und
Medienmanagement“ zusammen setzt, kann einen Sieg auf der ganzen Linie
verbuchen....aber wie diese erst im Saalbau Neukölln präsentiert
werden, daran hätte der „Mozart der Champs-Elysée“ seine
helle Freude gehabt.
...Natürlich gibt es auch wieder jede Menge Spott, die griechsiche
Antike wird ätzend veräppelt. Dem wird Regisseurin Elena Tzavara
sehr vergnüglich gerecht: Die Bacchantinnen sind wild gewordene, liebestolle
Hausfrauen in Knallrot, Chloé kommt ganz in Pink, Daphnis im Matrosen-Outfit.
Die Hirtenflöte: Ein Alphorn, mit dem zweideutiger Schabernack getrieben
wird.....So muss es sein.“ (W.Sch.)
